Angst ist ein unangenehmes Gefühl. Trotzdem kennt es jeder. Gerade weil es so normal ist, zeigen wir dir hier, wie du besser mit Angst umgehen kannst. Wir haben dir ein paar praktische Tipps gegen Angst im Alltag zusammengepackt. Dabei ist ganz egal, ob du Angst hast zu versagen oder auf einen Berg zu steigen. Es geht darum, deine Angst nutzbar zu machen. Das kannst du lernen. Eins sei vorneweg gesagt: Vermeiden zählt nicht. In diesem Beitrag lernst du nun Tipps gegen Angst und wie es dir gelingen kann mutiger zu sein. Also los.

1. Fang damit an, deine Angst besser zu verstehen

Klar, Angst haben fühlt sich blöd an. Und Sachen die sich blöd anfühlen, willst du sicherlich gerne direkt los werden. Wirfst du deine Angst allerdings über Bord, ohne erst einmal einen Blick auf sie zu wagen, gehen dir viele wichtige Infos verloren. Willst du dich besser kennen lernen, traue dich hinzuschauen, was dir eigentlich Angst macht. Hinterfrage dich selbst. Welche Situationen wirken für dich angstauslösend? Welcher Reiz genau war es, der dich unruhig oder ängstlich gemacht hat? Überprüfe kritisch an der Realität, ob du deine Angst im Nachhinein als berechtigt einschätzt.

Durch solche Fragen schaffst du es, in der Situation einen Schritt zurück zu treten. Du gewinnst Abstand zu dem Gefühl der Angst, indem du von außen drauf schaust. In dem Moment bist du nicht mehr deine Angst. Du fühlst dich in der Situation ein bisschen ängstlich und schaust drauf, warum. Das ist ein riesen Unterschied. Dieser Schritt kann dir dabei helfen, dich selbst und deine Angst ein Stückchen besser zu akzeptieren.

Eine weiter Möglichkeit, deine Angst besser zu verstehen, ist es, sie dir von der Seele zu schreiben. Genauso gut kannst du den Austausch mit Freunden nutzen und darüber reden, was dir und ihnen Angst macht. So kannst du auch erfahren, wie sie damit umgehen. So könnt ihr euch mit Offenheit begegnen und neue Ideen zum Umgang mit Angst bekommen.

2. Durch Vorstellungskraft zu einem neuen Umgang mit Angst

Du und deine Angst seid nun also ein bisschen auf Tuchfühlung gegangen. Habt euch vorsichtig beschnuppert und ein bisschen besser kennengelernt. In einem nächsten Schritt kannst du dich fragen, wie du in den angstbesetzten Situationen eigentlich lieber reagieren würdest. Hier kann das Wörtchen “stattdessen” wahre Wunder wirken. Wie würdest du in Prüfungssituationen gerne auftreten? Wie würdest du dich vor einem ersten Date gerne fühlen? Versuche dir, diese Frage so konkret wie möglich zu beantworten. Achte dabei auf positive Formulierungen. Verwende statt “weniger ängstlich” lieber positive Formulierungen wie “mutig, ruhig, selbstsicher,tapfer etc…”.

Wenn du dich gerne anders Verhalten würdest, musst du aber erstmal herausfinden, was anders überhaupt bedeutet. Du brauchst eine Vision davon, wie du gerne wärst. Nur so kannst du auch darauf hin arbeiten. Mentale Bilder helfen dir dabei, dir deinen erwünschten Soll-Zustand möglichst gut einzuprägen. Bei der Vorstellung ist deine Kreativität gefragt. Was würde Superman vor einem ersten Date tun? Wie wäre Chuck Norris wohl in einer mündlichen Prüfung? Von wem aus deinem Freundeskreis würdest du dir gerne eine Scheibe abschneiden, wenn du nachts durch den dunklen Wald rennst? Suche dir passende Vorbilder und frage dich, wie du dir Verhalten für dich nutzbar machen kannst. Natürlich so, dass es auch zu dir passt. Diese Vorgehen nennt man auch Lernen am Modell. Die Art zu Lernen nutzen wir ganz selbstverständlich auch in vielen anderen Alltagssituationen wie z.B beim Erlernen von Sprache oder Auto fahren. Warum also nicht auch bei einem neuen Umgang mit Ängstlichkeit?

3. Richte deine Aufmerksamkeit nach außen

Angst zeigt sich unter anderem auch in deinen körperlichen Reaktionen. Wenn du Angst hast, kann es z.B. sein, dass du beobachtest, wie dein Puls schneller wird oder dein Herz pocht. Konzentrierst du dich auf diese Symptome, verstärkst du sie automatisch. Wenn du also merkst, dass du ängstlich wirst, es aber eigentlich keine reale Gefahr gibt, richte deine Aufmerksamkeit nach außen. Suche dir etwas, das außerhalb von dir selbst liegt. Fange beispielsweise an, die Blätter an dem Baum vor deinem Fester zu zählen. Ebenso gut könntest du von 154 in siebenerschritten rückwärts rechnen. Mit diesen einfachen Tricks durchbrichst du den Teufelskreis der sich selbst verstärkenden Angstsymptome.

4. Stopp deine Gedanken

Es kann auch konkret darum gehen, Gedanken zu stoppen, die dir Angst machen. Du bist der Herr über deine Gedanken. Du kannst dich auch dazu entscheiden, Gedanken wieder in ihre Schranken zu weisen. Spreche ein klares “Stopp” aus. Überlege dir, hilfreiche und angemessene Gedanken. Gedanken, die dein Sicherheitsbedürfnis stillen, die dich beruhigen.

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Hilft das nichts, ist auch Ablenkung erlaubt. Was würde dir jetzt gut tun? Ein Film? Zeitung lesen oder ein Buch? Oder ein Telefonat mit einem guten Freund. Konzentriere dich bewusst auf etwas anderes statt auf die angstauslösenden Gedanken.

5. Atemübung zur Entspannung

Außerdem kann es dir helfen, wenn du deine Atmung bewusst veränderst. Statt flach und schnell zu atmen, strebst du eine tiefe ruhige Bauchatmung an. Atme ganz bewusst tief ein und aus. Und ein und aus. Tief bis in den Bauch. Dadurch kannst du dich besser entspannen. Und wer entspannt ist, ist automatisch weniger ängstlich. Wie du das am besten anstellst, zeigt dir die folgende Atemübung.

  1. Fokussiere dich auf deinen Atem. Versuche möglichst tief in deinen Bauch zu atmen und zähle die einzelnen Ein- und Ausatmungen.
  2. Versuche nun, doppelt so lange aus- wie einzuatmen.
  3. Beobachte: Ich habe Angst, mein Körper ist alarmiert und bereitet sich vor, meine Gedanken versuchen mir einzureden, dass ich in Gefahr bin, meine Muskeln sind angespannt,…hinterfrage dich: ist das Realität? Ein Fakt oder eine Meinung? Was würdest du einem Freund sagen, wenn er solche Ängste oder Sorgen hätte?
  4. Obwohl ich mich angespannt und schlecht fühle, weiss ich, dass das nur körperliche Reaktionen sind, die völlig normal sind

Tipps gegen Angst Atem

6. Einer der wichtigsten Tipps gegen Angst: Schluss mit der Vermeidung!

Da du jetzt einige Tipps gegen Angst an der Hand hast, darfst du dich ruhig von einer alten Strategie verabschieden. Wahrscheinlich hast du viel Zeit damit zugebracht, angstbesetzte Bereiche aus deinem Leben zu streichen. Frei nach der Annahme: “Das macht mir doch Angst, das kann ich also nicht!”. Doch kannst du! Wir wollen dich dazu ermutigen, Sachen trotz deiner Angst zu machen. Du darfst, trotz deiner Angst zu Versagen, dein Studium abschließen. Du darfst, trotz deiner Angst vor Zurückweisung, eine Datingapp benutzen. Du darfst, trotz deiner Flugangst nach Mallorca reisen.

Angst ist gut darin, dir weiß zu machen, dass du bestimmte Dinge nicht mehr machen kannst. Das ist gewissermaßen die Funktion deines Autopiloten. Strebst du nach einem selbstbestimmten Leben ist es nötig, dass du kritisch überprüfst, welchen Ängsten du dich stellen willst. Und dazu gehört angstbesetzte Bereiche nicht weiter zu vermeiden, sondern all deinen Mut zusammen zu nehmen und Dinge trotz deiner Angst zu tun. So gibst du dir selbst die Chance zu erleben, dass es am Ende gar nicht so schlimm kam, wie du es dir vorgestellt hast.

Abschließende Gedanken

Angst ist immer nur ein Gefühl von dir, neben ganz vielen anderen Eigenschaften, die du besitzt. Nur weil du dich in einem Moment oder einer Situation ängstlich fühlst, heisst das nicht, dass all deine anderen Seiten verloren gehen. Damit nicht nur deine Angst im Fokus steht, kann es helfen, zwischen den verschiedenen Schritten hin und her zu pendeln. So kannst du deine Angst akzeptieren und dich gleichzeitig fragen, welche Verhaltensweisen du zusätzlich gerne erlernen würdest. Zweigleisig fahren ist hier ausdrücklich erwünscht.

Manchmal kann es richtig erleichternd sein, dass man hinschauen darf, aber auch wieder weg gucken. Wir hoffen, dass wir dir mit diesen Tipps gegen Angst etwas helfen konnten bei der Frage, wie du mit deiner Angst umgehen kannst.

Falls du Unterstützung brauchst im Umgang mit deiner Angst, dann solltest du dir jetzt unser Online-Coaching Angebot ansehen. Wir helfen dir dabei.

Wir haben für dich 6 praktische Tipps gegen Angst. Egal um welche Angst es sich dreht. Es geht darum, deine Angst nutzbar zu machen.