Wir alle kommen in unserem Leben an Wendepunkte, in denen wir mit Unsicherheiten und Ängsten konfrontiert werden.

Alte Gewohnheiten und Strukturen fallen weg, die uns vorher Halt gegeben haben.

Wie kann ich solche Ängste verstehen und noch viel wichtiger, wie kann ich mit solchen Ängsten umgehen und meine Ängste überwinden.

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Der Podcast zum Lesen

Wir alle kommen in unserem Leben an Wendepunkte, in denen wir mit Unsicherheiten und Ängsten konfrontiert werden. Alte Gewohnheiten und Strukturen fallen weg, die uns vorher Halt gegeben haben. Wie kann ich solche Ängste verstehen und noch viel wichtiger, wie kann ich mit solchen Ängsten umgehen und meine Ängste überwinden. Darum geht es in diesem Beitrag.

Wendepunkte können uns ins Straucheln bringen

Viele, die schon umgezogen sind, die Schule abgeschlossen haben, jemanden Nahestehendes verloren haben, Eltern oder Großeltern geworden sind oder den Job gewechselt haben, haben Zeiten erlebt, in denen sie sich unsicher, aufgeregt oder haltlos gefühlt haben. Kein Wunder, denn bei solchen großen Veränderungen in unserem Leben werden wir aus unseren Strukturen und Gewohnheiten gerissen, die uns normalerweise Halt und Sicherheit geben können. Strukturen und Gewohnheiten, die wir uns aufgebaut haben, die wir uns über eine längere Zeit “mühsam” aufgebaut haben, auch um zurecht zu kommen und uns wohlzufühlen. Naja und nun fällt vieles von dem einfach weg.

Deshalb ist es erstmal kein Wunder, dass wir uns unsicher oder haltlos fühlen.

Wie stark wie straucheln, kann unter anderem etwas mit unserem inneren Anker zu tun haben

Jetzt gibt es natürlich Menschen, die mit solchen Wendepunkten besser umgehen können, und Menschen, die da nicht so gut mit umgehen können und da in Schwierigkeiten kommen. Und dann gibt es natürlich noch alle Varianten dazwischen und es kann auch von Lebensphasen uns die Art der Wendepunkte abhängen. So haben solche Wendepunkte jedoch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, um zum Beispiel auch Depression, Angsterkrankungen oder andere Erkrankungen auszulösen (nicht unbedingt verursachen und meist gepaart mit weiteren Faktoren).  Warum das so ist, kann man mithilfe verschiedener Theorien und Ansätze sich erklären.

Eine große Rolle kann dabei zum Beispiel spielen, wie du bisher in deiner Kindheit mit solchen Wendepunkten umgegangen bist bzw. wie dich deine Eltern in solchen Phasen unterstützt und begleitet haben. Eine weitere große Rolle können auch deine täglichen tausenden Beziehungserfahrung mit deinen Eltern spielen. Also inwiefern sich dadurch ein innerer haltgebender und Sicherheitspendender Anker im Unterbewusstsein bzw im Gedächtnis entwickeln konnte.

Fehlt uns nämlich dieser innerer Anker oder er ist nur ganz gering ausgebildet, dann ist man natürlich viel viel abhängiger von diesen äußeren Strukturen wie Tagesstrukturen, aber auch z.B. seinen Partner, Beruf oder Schule. Somit hat der Verlust dieser äußeren Anker natürlich auch ein viel viel größeren Einfluss auf mein Sicherheitsgefühl und mein Gefühl von Halt. Das heißt nicht, dass jemand, der diesen Anker hat, nicht auch an solchen Wendepunkten im Leben die Erfahrung machen kann, sich haltlos zu führen. Der Unterschied ist eventuell das Ausmaß dieses Gefühls und wie schnell dieser auch wieder sich neue Strukturen schaffen und bauen kann.

Das sind also Faktoren, die eine Rolle spielen können, bei dem, wie man,

solche Wendepunkte im Leben erlebt und wie man mit diesen umgeht. Das sind aber natürlich nicht die einzigen Faktoren, die deine Rolle spielen, aber sie können schon eine große Rolle spielen.

Wie kann es zu solchen fehlenden oder geringen Ankererfahrungen kommen

Wie können so typische Familienverhältnisse sein, die es dem Kind nicht oder nur wenig ermöglichen, solche wichtigen Ankererfahrungen zu machen. Dies sind natürlich nur beispiele und weil unsere Psyche und unser Leben komplex sind, müssen die nicht zwingend dazu führen 🙂

Aber es kann zum Beispiel sein, dass du sehr sehr ängstliche Eltern hast, die die Welt als Bedrohung erleben oder bei denen Scham ein riesen großes Thema ist. So wird dann vielleicht jede Form der Veränderung oder auch der kleinste Schritt aus gewohnten und/oder unkontrollierbaren Strukturen als Bedrohung erlebt. Und diese “Weltansicht”, die nicht unbedingt so ausgesprochen werden muss, übernehmen wir dann ein Stück weit als Kind.

Vielleicht bist du aber auch in Verhältnissen aufgewachsen, in denen es keine klaren Strukturen gab. So wusstest du als Kind nicht genau, was du darfst und was nicht, weil das vielleicht mit der Laune deiner Eltern wechselte. Oder es gab tatsächlich Gefahrensituationen in der Familie, sodass man zum Beispiel immer damit rechnen musste, dass der Vater/ oder die Mutter gewalttätig wurden. So fehlt dir eine grundlegende Sicherheit und auch Orientierung und das jeden Tag aufs neue.

Ein anderes Beispiel kann aber auch sein, dass du mit deinen Ängsten und generell Gefühlen alleine gelassen wurdest. Du hattest also keinen weg, um diese auszudrücken und so mit diesen umzugehen. So musstest du den Schulbeginn alleine meistern oder auch andere Phasen  in deiner Entwicklung. Dementsprechend hat dir dann auch ein Modell und die entsprechende Begleitung gefehlt, um durch diese Ängste zu gehen.

Es gibt natürlich noch weitere Szenarien. Diese Beispiele können erstmal als Anregung dienen, einmal für dich zu schauen, woher kenne ich diese Gefühle der Haltlosigkeit, Unsicherheit oder auch der Orientierungslosigkeit.

Weil nämlich genau diese Wendepunkte im Leben oder diese Zeiten der Unsicherheit und Veränderung können uns, in genau diese Phasen und “alten” Gefühle zurückschmeißen. Und dabei geht es nicht ausschließlich um einzelne Traumata, die natürlich auch eine Rolle spielen können, sondern eben auch um diese alltäglichen Beziehungserfahrungen und somit die Verhältnisse, in denen wir aufgewachsen sind.

Was kann ich mit dieser Information anfangen?

Wenn wir meinen unser Gefühl passt eigentlich in dem Ausmaß gar nicht so recht in die Situation und könnte somit ein “altes” Gefühl sein, dann bekommen wir eine Idee darüber, wie wir uns damals als Kind gefühlt haben. Und das zusammen mit den Informationen und unserer Reflexion über diese damalige Zeit, kann uns weitere Information darüber geben, wie wir uns unbewusst noch gefühlt haben und vor allem, was wir dementsprechend eigentlich gebraucht hätten.

Auf der Grundlage kannst du dir dann die Frage stellen: Was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht ohne einfach nur mein Gefühl weghaben zu wollen, sondern basierend auf diesen Gefühl. Was kann ich jetzt machen? Was kann ich jetzt auch ein Stück weit besser machen als meine Eltern? Was hätte ich damals gebraucht?

Und das ist sozusagen dann der Weg, um den ich mich kümmern muss.  Das ist der Weg, um ein Selbstverständnis zu bekommen und um Verständnis für sich selbst zu entwickeln.

Jetzt bin ich wieder an diesem Punkt in meinem Leben, wo ich mich z.B. alleine gelassen fühle und damals auch wurde (nach deinem Erleben, auch wenn deine Eltern das anders sehen und auch sehen dürfen) und damit kann ich mit mir und meinem Anteil nehmen, mit diesem Teil von mir, in dem diese Erfahrung noch steckt.

Warum ist Selbstverständnis im Bezug auf meinen Wunsch, meine Ängste zu überwinden so wichtig?

Es gibt ein Zitat, das uns immer wieder im Ohr und Hinterkopf ist, von dem wir aber leider nicht mehr wissen, wer das gesagt hat (falls das jemand weiß, schreib es uns gerne)

Old patterns don’t change without being loved

Wir verändern uns bzw. unsere Gedanken, unser Verhalten und unsere Gefühle nicht… bevor wir diese nicht anerkannt, wertgeschätzt und verstanden  haben. Damit sind wir auch bei dem Thema Akzeptanz uns selbst gegenüber. Selbstmitgefühl und Selbstrespekt.

Wenn wir uns verändern wollen, in dem wir etwas an uns ausschließen oder weghaben möchten, dann ist das ein Kampf gegen dich selbst, den du am Ende hart bezahlen musst. Vielleicht sogar mit deiner Gesundheit.  Wenn wir uns anfangen zu verstehen, Zusammenhänge zu sehen, uns aus den Augen unserer Biografie betrachten und annehmen können, dann integrieren wir das, was uns stört, und verändern uns dadurch…ohne dass wir uns wirklich verändern… Wir verändern unser Bild von uns und damit sind damit nicht mehr mit dieser Lücke identifiziert, sondern schließen diese.

Was bedeutet das jetzt praktisch für dich, um deine Ängste zu überwinden?

Wenn du den Wunsch hast, deine Ängste zu überwinden, dann geht es eigentlich darum einen Umgang mit deinen Gefühlen zu erlernen, in diesem Fall mit deiner Angst (aber vielleicht auch noch mit weiteren…). Wir alle haben Angst und wir brauchen einen Umgang damit, damit diese Angst uns nicht umhaut und wir am Boden liegen. zumindest nicht zu lange. Du bist dann in deinem Leben nämlich zu stark mit deiner Angst identifiziert. So stark, dass wir du dich wieder klein fühlst. So wie früher, als du schon mal in diesem Gefühl warst und es nicht gelernt und lernen konntest, es zu bewältigen.

Dementsprechend ist es als erster Schritt wichtig, sich von den Gefühlen distanzieren zu können. Nicht verdrängen, aber regulieren zu können. So, dass du nicht mehr das Gefühl bist, das Gefühl von Haltlosigkeit, sondern dass du dich davon lösen kannst und es dadurch betrachten kannst. Das bewahrt dich davor, in deinem Gefühl zu versinken und hilflos zu sein. Und da ist Achtsamkeit wirklich eine riesengroße Hilfe. Und falls du da schon dran bist, dran bleiben. Vor allem wenn du keine Lust hast, weil auch das ist ein Gefühl, mit dem du dich identifizieren kannst und somit auch lernen kannst, dass dieses Gefühl nicht über deine Handlung entscheidet.

Mit diesem Abstand hast du dann Raum, auch wieder andere Eigenschaften und Gefühle wie zum Beispiel Mut und Kraft zu spüren. So hast du auch den Raum, um dir Situationen, in denen du selbstbewusst und angstfrei warst hervorzuholen und dir die Fähigkeiten bewusst zu machen, die du hast. So hast du die Angst im Blick, aber gleichzeitig auch alles andere, was dich ausmacht.

Es reicht nicht aus, nur achtsam zu sein und sich seiner Stärken bewusst zu werden

Auch wenn Achtsamkeit und die Ressourcenarbeit die ersten Schritte sind. Und auch wichtige Schritte sind, die man nicht auslassen sollte, reicht das noch nicht aus.

Die Angst ist nämlich weiterhin da und fordert, dass du dich um das Bedürfnis dahinter kümmerst. Und das kannst du nur, wenn du dir deiner Stärken und deiner fürsorglichen und mitfühlenden Fähigkeiten bewusst wirst. Damit ist der letzte wichtige Schritt, dass du dich aus dem “Erwachsenen-Anteil” heraus um deinen ängstlichen Teil in dir kümmerst. Und wir können uns nur um unseren ängstlichen Teil kümmern, wenn wir nicht grad selbst der ängstliche Teil sind. Sind wir der nämlich dann landen wir in eine Hilflosigkeit und leiden anstelle, dass wir mitfühlen.

Was bedeutet es konkret, sich um seine Angst zu kümmern?

Was kann nun dieses Kümmern genau bedeuten? Auch wenn der ängstliche Teil vielleicht gefühlt das Problem ist und “verschwinden” soll, braucht dieser Teil von uns unsere Aufmerksamkeit. Diesen Teil gilt es zu verstehen, anzunehmen und in ein Mitgefühl zu kommen. Und somit nochmal zur Erinnerung die Fragen:

  1. Woher kenne ich dieses Gefühl?
  2. Wie kann das entstanden sein?
  3. Was braucht dieser Teil jetzt oder was hätte ich damals gebraucht?

Und mit den Fragen fange ich an, nach Lösungen und Wege zu suchen, die mir helfen, mit meiner Angst umzugehen. Und damit sind wir in der Beziehungsarbeit. Damit sind wir in der Beziehung zu dir selbst. Dass das nicht von heute auf morgen sofort klappen kann, ist klar, es ist Übung und ein Prozess. Aber den Weg gibt es…weil dieser Teil merkt, dass da jemand ist. Nämlich du mit deiner kompetenten selbstbewussten fürsorglichen Seite. Dieser Teil merkt, er braucht gar nicht mehr eine so große Angst zu haben. Weil diese andere Teil auch da sind. Dieser große erwachsene, selbstbewusste, fürsorgliche und mitfühlende Teil von dir.

Welche Fragen kannst du dir noch konkreter Stellen, um deine Angst zu überwinden?

Du kannst dir folgende Fragen stellen, wenn du das Bedürfnis nach Halt, Sicherheit und Orientierung hast

  1. Was gibt mir im Leben Halt und Sicherheit? Hast du z.B. schon mal versucht, deinen inneren sicheren Ort zu imaginieren?
  2. Welche Freunde und Menschen geben dir Sicherheit?
  3. Was spendet dir Trost und Geborgenheit?
  4. Wie kannst du dich auch um deinen Körper fürsorglich kümmern, sodass du dort haltgebende liebevolle Rituale hast, die dir Halt geben können
  5. Welche Strukturen kannst du in deinen Alltag integrieren, dir dir Halt geben können (z.B. zu bestimmten Zeiten essen, ein Spaziergang am Tag, …)
  6. Wie kannst du deinem ängstlichen Teil begegnen, um dir auch selbst Halt zu geben (gibt es bestimmte Sätze, hilft es dir Briefe zu schreiben oder dich laut mit dem ANteil zu unterhalten?)

Was gibt dir also Halt und Sicherheit und was kannst du dafür tun, um das in deinem Alltag und in den Phasen der Unsicherheit zu integrieren.

Wo kann ich mir also kleiner Anker bauen und nach und nach einen inneren Anker entwickeln?

Ich hoffe, dass hilft dir im Umgang mit deiner Angst weiter und du findest einen Weg für dich. Schreib uns gerne ein Kommentar dazu, auch wenn du noch Fragen hast und empfehle und gerne an liebe Menschen weiter.

Damit ganz viel Kraft und Mitgefühl für dich selbst 🙂

Wie kannst du Ängste verstehen und noch viel wichtiger, wie kannst du mit solchen Ängsten umgehen und deine Ängste überwinden.