Kennst du das, dass du dich so wie du bist, als nicht gut genug empfindest? 

Dass du denkst, dass du in einer gewissen Art und Weise falsch bist?

Dass du sehr kritisch mit dir bist? Oder du dich in deiner Haut nicht wohl fühlst und nicht zu dir stehen kannst?

Wenn du eine oder mehrere Fragen mit Ja beantwortet hast, dann bist du hier genau richtig…

Hör am besten selbst. Viel Spaß dabei.

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Ganz liebe Grüße,

 

 

 

Der Podcast zum lesen

Ich fühle mich nicht gut genug und das hindert mich an so vielen in meinem Leben: in meinem Beruf, in meiner Beziehung,… Wahrscheinlich geht es vielen so? Viele leben mit dem Gefühl, dass man eigentlich falsch ist. So dass man sich harsch kritisiert und sich wahrscheinlich auch nicht wirklich in seiner Haut wohl fühlt. So traut man sich nicht so richtig, sich zu zeigen und vertritt seine Meinung nicht, steht nicht zu dem, wer man ist. Und im Großen und Ganzen ist man so eben auch nicht selbstsicher, hat kein Selbstvertrauen und kann sich dann auch nur schwer annehmen und selbst lieben. Das steht alles am Ende irgendwie im Zusammenhang.

Was hat Scham mit dem Gefühl „Ich bin nicht gut genug“ zu tun?

Ein ganz großes und intensives Gefühl, das auch mit diesem Gefühl, sich nicht gut genug zu fühlen, im Zusammenhang steht, ist die Scham oder das Schamgefühl. Obwohl die Scham mit dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, eng zusammenhängt, kann man glauben, dass diese bei einem selbst gar keine Rolle spielt, jedoch ist dieses Gefühl häufig so verdeckt und recht scheu, wenn man so will, sodass man es nicht richtig zu packen bekommt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn man es nicht bewusst wahrnimmt.

Vielleicht kennst du das, immer wenn du versuchst, dich irgendwie zu zeigen,dich ab zu grenzen, dich zu verwirklichen, deine Meinung zu äußern oder dich durchzusetzen… In diesem Momenten kommt die Scham um die Ecke und sagt: “Nee lass das mal lieber sein! Du bist nicht gut genug und machst dich nur lächerlich!”  Scham kann also einen ganz riesen großen hemmenden Effekt auf uns und unser Leben haben. Sie kann uns dazu bringen stehen zu bleiben, uns nicht weiterzuentwickeln, sodass wir in unserer Komfortzone bleiben, nichts Neues ausprobieren und irgendwie stehen bleiben. Umso wichtiger ist es, sich mit diesem Gefühl einmal genauer auseinanderzusetzen.

Scham vs. Schuld

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass Scham- und Schuldgefühle sich stark ähneln. Wenn man genauer hinschaut gibt es dann aber unter anderem einen ganz großen entscheidenden Unterschied.

Denn anders als bei der Schuld bezieht sich mein Schamgefühl auf mich als Person. Wenn wir Schuldgefühle haben, bezieht sich das eher auf unser Verhalten. Das heißt ich habe irgendetwas falsch gemacht. Dafür kann ich mich vielleicht auch noch entschuldigen oder das wiedergutmachen. Bei der Scham ist es dagegen so, dass ich als Person falsch bin.

Ich bin nicht gut genug. Ich als Person bin nicht gut genug und bin falsch. Ich bin nicht wertvoll. Somit hat dieses Gefühl eine ganz andere Wucht und Qualität als das Schuldgefühl. Letzteres ist natürlich auch schwer und belastend. Scham hat aber nochmal viel intensiver.

Hinter der Scham steckt ein soziales Bedürfnis

Es obendrauf ein soziales Gefühl. Das heißt erst mit dem Wissen, dass wir in Kontakt mit anderen stehen und gewisses Bedürfnis nach Zugehörigkeit haben, kann es sich ausbreiten. Das ist die Basis dafür, dass wir ein Gefühl wie Scham haben. Dementsprechend hat es auch damit etwas zu tun, wie uns andere sehen und wahrnehmen. Der Blick der anderen spielt eine ganz große Rolle wie folgende umgängliche Aussagen zeigen:

  • Den Blick senken
  • Im Boden versinken wollen
  • Sich zu Tode schämen

Das macht die Intensität nochmal deutlich. Es greift meine Existenz an. Somit ist es natürlich auch sehr sehr bedrohlich und steht im Zusammenhang mit Angst z.B. vor Isolation und den entsprechenden emotionalen Schmerz.

Deine Scham hat zudem etwas damit zu tun, wie wir uns selbst im Idealzustand oder als ideale Person vorstellen. Und somit auch mit unseren entsprechenden Erwartungen an uns selbst. Das Schwierige daran ist meist, dass wir häufig Erwartung an uns haben, die wir gar nicht erfüllen können. Um es noch schwieriger zu gestalten, konkurrieren diese Erwartungen an uns vielleicht sogar untereinander und sind völlig widersprüchlich. So erreichst du einer deiner Erwartungen vielleicht, das bedeutet aber dass du weit entfernt von einer anderen bist. Wenn du so nie deinen eigenen Erwartungen entsprechen kannst,  dann taucht dein Schamgefühl auf. Diese eigenen Erwartungen bestimmen, wer wir zu sein haben, unabhängig davon, wer wir eigentlich sind. Und das macht es so so schwer und einengend.

Scham als Zwangsjacke

Brene Brown, Schamforscherin, hat die Scham mal als eine Zwangsjacke beschrieben, die uns in allen möglichen Lebensbereichen einengen kann: in der Beziehung zu unseren Eltern,zu unserem Partner, beim Sport, bei der Arbeit, auf dem Weg zum Supermarkt,…also auch der allerkleinste Lebensbereich kann von dieser Zwangsjacke der Scham betroffen sein. Das macht noch deutlicher, was für einen krassen Einfluss deine Scham auf dich und dein Leben haben kann. Umso wichtiger ist es mit seiner Scham in Kontakt zu kommen und einen Weg zu finden, mit dieser umzugehen. Also rauszukommen aus dieser Zwangsjacke.

Wie man die Zwangsjacke der Scham enger schnüren kann

Um bei diesem Bild mal zu bleiben. Bevor wir uns anschauen,wie man aus dieser Jacke rauskommt, schauen wir zuerst einmal, was du machen kannst, um die Zwangsjacke noch enger zu schnüren.

Wenn du deine Scham wachsen lassen möchtest, dann solltest du auf jeden Fall das, für das du dich schämst, weiterhin verheimlichen. Du solltest es tief in dir vergraben und verstecken. Zur Not auch dafür lügen. es darf auf gar keinen Fall rauskommen. Du musst dafür sorgen, dass es im Verborgenen bleibt und dort niemand zu Gesicht bekommt. Du selbst am besten auch nicht. Das wäre der erste Rat.

Der zweite Rat wäre, sich dementsprechen niemanden anzuvertrauen und über das, wofür du dich schämst, zu schweigen. Öffne dich also nicht!

Und das dritte wäre, dich selbst weiter dafür zu verurteilen und dich dafür so richtig runterzumachen. Dich beschimpfen und bestrafen. Bezogen auf andere, um deren Zwangsjacke der Scham enger zu schnüren, wäre der Rat, diese zu Verurteilen.

Das wären die 3 Tipps, um deine Scham wachsen zu lassen. Und wirklich wachsen…nicht nur auf dem Level zu halten, auf dem sie gerade ist.

Wie man sich von der Scham und somit dem Gefühl „Ich bin nicht gut genug“ lösen kann

Die Schamforscherin, Brene Brown, sagt ganz klar, dass Empathie ein sehr sehr wirksames Gegenmittel gegen Scham ist. Zum einen um mit sich selbst in Kontakt zu kommen, aber natürlich auch um mit anderen in Kontakt zu kommen und das Gefühl zu bekommen, gut genug zu und wertvoll zu sein. Nach ihrer Meinung, braucht es dafür ein Gegenüber. Jemanden, die oder der sagt: “Das kann ich auch. Ich kann das gut nachvollziehen.” Das ist etwas sehr sehr sehr sehr wirksames. So, dass es die Scham schrumpfen lässt.

Auch Freud hatte das schon mehr oder weniger erkannt. Der sagte nämlich, dass die Liebe das probateste Mittel ist, um Schamgefühle zu überwinden. Das geht ja in die Richtung Empathie. So braucht unsere Scham als soziales Gefühl und somit als Ausdruck eines sozialen Bedürfnisses eine soziale Antwort darauf. Das heißt, wir müssen uns in den bestimmten Kontakt begeben und uns öffnen, um eben unsere Scham aufzulösen.

Bevor wir nun so eine Antwort bekommen können, braucht es davor wahrscheinlich erstmal Mut und Überwindung, um sich überhaupt zu zeigen. In diesem Zusammenhang erwähnt Brene Brown den Begriff der Verletzlichkeit. Sich verletzlich zu zeigen, bedeutet, ein emotionales Risiko einzugehen und verlangt somit Mut.

An dieser Stelle gibt es eine Falle, in die viele tappen. Wir fangen bei dem Entschluss genau das zu machen häufig an, auf den richtigen Moment zu warten. Auf den Moment, von dem man glaubt, dass dieser perfekt ist, an dem man perfekt vorbereitet ist, wo man sozusagen schusssicher ist. Und man ist so davon überzeugt bzw. legt es sich gedanklich so hin, dass dieser Moment irgendwann auftritt und du es dann machst. Dann werde ich loslegen! Dann werde ich in die Veränderung gehen! Dann werde ich mich zeigen! Dann werde ich mich selbst verwirklichen oder was auch immer…

Puh, die Gefahr nochmal abgewandt.

Problem ist, dass das nicht passiert. Also das ist ganz nett, dass uns der Schweinehund und auch die Scham diese Leier vorsingen. Aber ganz ehrlich so funktioniert das leider nicht. Es braucht ja gerade den nicht perfekten Moment, um in die Scham zu kommen und sie somit zu verkleinern.

Es braucht Mut. Mut, Fehler zu machen. Mut, sich emotional verletzlich zu zeigen. Das ist der Weg raus aus der Scham. Am Ende geht’s ums Machen. Es geht darum sich zu öffnen und sich anderen mit seiner Scham anzuvertrauen.  

Untersuche deine Scham

Was man noch machen kann, um mit seiner Scham und eben auch, mit dem Gefühl, „Ich bin nicht gut genug“, umzugehen, ist, dass man seine Scham exploriert und untersucht und kennenlernt.  

Um zu verstehen, wie deine Scham überhaupt dein Leben beeinflusst, musst du natürlich erstmal wissen, wie fühlt sich Scham überhaupt an? Wie kann ich überhaupt merken, dass Scham gerade vorhanden ist? Wie reagiere ich auf Scham. Also dieses ganze Spektrum von

Wie merke ich überhaupt meine Scham?

Wie reagiere ich darauf?

Wie beeinflusst das eigentlich mein Leben?

Zusammenfassung

Im Großen und Ganzen geht jetzt gar nicht darum, die Scham zu bekämpft, sondern tatsächlich einen Weg zu finden, mit dieser umzugehen. Und somit auch mit diesem Gefühl, ich bin nicht gut genug, weil das beides eben eng miteinander verbunden ist.

Es geht darum, dass du die Anzeichen eines Schamschocks erkennen kannst und dich so besser aus diesen befreien kannst. Und dieser vielleicht nicht ganz so heftig ist und dich völlig aus der Bahn wirft.

Es geht darum, dass dich deine Scham nicht so einengt. Der Weg raus besteht zum einen daraus, seinen Mut zusammenzunehmen und sich anderen anzuvertrauen. Außerdem kannst du deine Scham erforschen und auf den Grund gehen.

Darüber hinaus, auch wenn es bisher noch nicht aufgetaucht ist, ist definitiv, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen. Und dies auch zu üben. So, dass du aus deiner eigenen Bewertung und Verurteilung rauskommst. Das ist zusätzlich noch sehr sehr wirksam.

Gehe also raus,erzähle deine Geschichte und befreie dich deiner Scham.

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