Einsam unter vielen Menschen. Auch wenn man meinen mag, dass das erstmal unlogisch sei, ist es das gar nicht. Warum und wie man die Einsamkeit überwinden kann, erfährst du in dieser Folge von Frag mindhelp.

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Wie kann ich meine Einsamkeit überwinden zum lesen…

Einsamkeitsgefühle per se kennen wahrscheinlich viele Menschen in unterschiedlichen Ausprägungen. Und diese treten dann vor allem oder ganz besonders in den Momenten auf, in denen wir von Freunden, Familien oder Vertrauten umgeben sind. Und trotz dieser anwesenden Menschen fühle ich mich einsam. Wie kann das sein?

Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit

Das mag erstmal komisch klingen: Ich fühle mich unter Menschen einsam. Vielleicht auch abgeschnitten und/oder isoliert von dieser Gruppe an Menschen die da um mich ist.

Einsamkeit oder das Gefühl von Einsamkeit hat tatsächlich erstmal gar nichts damit zu tun, ob Menschen anwesend oder abwesend sind. Also auch die Anzahl an Freunden oder Kontakten spielt dabei gar keine Rolle, weil wie du merkst, geht es eigentlich eher um dieses Gefühl von Einsamkeit, also ein subjektiv geprägtes Gefühl. Nicht alleine zu sein, aber sich trozudem isoliert, alleine gelassen, wertlos zu fühlen, vielleicht auch verloren. Und das ist eben der Unterschied zu dem Zustand des Alleineseins. Wenn man alleine ist, ist man tatsächlich alleine. Da ist dieser Zustand, dass niemand anderes da ist. Also tatsächlich sind andere Menschen abwesend. Alleine zu sein kann zur Einsamkeit führen, muss es aber nicht zwingend.

Viele empfinden das Alleinsein auch als sehr sehr bereichernd. Zum Teil auch gerade um dieses Gefühl der Einsamkeit zu überwinden oder zumindest einen Weg zu finden, damit umzugehen.

Erforschen von Einsamkeit

Da ich nichts über dich weiß, sind das natürlich jetzt alles nur Mutmaßungen und nichts davon muss auf dich zutreffen oder auch nur zum Teil zu treffen. Schaue am Besten selbst 🙂

Wie bei jedem Gefühl wird es auch bei diesem Gefühl der Einsamkeit im guten Grund geben, dass du dich so fühlst, wie du dich jetzt fühlst, nämlich einsam. Und das ist nicht immer sofort klar oder verständlich. Vor allem ist es häufig gar nicht so gut über den Verstand zu verstehen, warum man sich jetzt einsam fühlt. Wir können erstmal nur davon ausgehen, dass es ein guten Grund gibt, warum dieses Gefühl jetzt oder generell da ist. Das sorgt am besten schon mal dafür, dass du dich nicht komisch oder falsch fühlst. Weil wenn wir davon ausgehen, dass es ein guten Grund gibt, dann bist du vielleicht gar nicht so falsch, wie du vielleicht von dir denkst. Wenn wir jetzt forschen, schauen wir zunächst mal auf deine eigene Geschichte und dann auf den Zusammenhang mit den heutigen Situationen, in denen du dich einsam fühlst.

Deine eigene Geschichte

Das Gefühl, einsam zu sein, ist am Ende ein Warnsignal hinter dem eins oder mehrere deiner Bedürfnisse steckt, Z.B. nach sozialen Kontakten, nach Zuwendung, Zugehörigkeit. Gleichzeitig ist es auch ein Ausdruck von fehlenden Kontakten, die dir das aktuelle geben können. Kommen wir an dieser Stelle zu deiner Geschichte. Ist es häufig so, dass vor allem “unpassende” oder “übertriebene” Gefühle tatsächlich in der Biografie verankert sind, Also wir kennen dieses Gefühl irgendwoher und sind eigentlich viel viel weiter in unserer Biografie zurückgeworfen. Dementsprechend passt dieses Gefühl gerade nicht so richtig in die Situation, sondern hat er was mit mir und meiner Geschichte zu tun. Was nicht heißt das es per se unangebracht oder falsch ist in dem Sinne. Es passt aber eventuell nicht so richtig in die Situation und ist in dem Kontext dann unangebracht. Wenn dem so ist, kann man davon ausgehen, dass man mal bei sich selber gucken kann und gucken kann: Okay, was ist denn das hier gerade?

Das Gefühl von Einsamkeit kann natürlich zum einen damit zusammenhängen, dass wir selber in schwierigen Familienverhältnissen aufgewachsen sind, wo wir keine/geringe emotionale Bindung aufbauen konnten. Es kann z.B. mit Gewalterfahrung oder starke Vernachlässigung einhergehen, es kann aber genauso gut im Zusammenhang mit fehlender Zuwendung, Unterstützung, emotionale Unterstützung oder auch mit einer Überbehüten stehen und somit ganz unterschiedliche Facetten haben. Auf irgendeine Art und Weise muss es in deiner Geschichte, auch über einen längeren Zeitraum, schon mal gegeben haben, dass du dich irgendwo alleine gelassen gefühlt hast. Also dieses Gefühl von Einsamkeit kennst du wahrscheinlich schon auf irgendeine Art und Weise aus deiner Biografie.

Das nehme ich jetzt an. Ich weiß es natürlich nicht hundertprozentig, aber davon gehe ich jetzt einfach mal  aus und behaupte esl frech 🙂

Wie habe ich darauf als Kind reagiert?

Wenn du dieses Gefühl und so eine Situation schon kennst, von fehlender Zuwendung, emotionaler Bindung oder dem Gefühl der Zugehörigkeit, dann bleibt die Frage, wie hast du als Kind darauf reagiert? Und da kann es bei der Einsamkeit sein, dass das was ist, mit dem du dich arrangiert hast, dich dadurch geschützt hast, indem du dich dann auch in der Einsamkeit abgekapselt und dich zurückgezogen hast. Als Schutz. Was ja mehr als verständlich ist, weil du als Kind keine andere Wahl hattest. Wenn du dich darin erkennst, dich in die Einsamkeit  zurückzuziehen und sich in diese bei zu viel oder zu engen Kontakt auch zu flüchten, dann behältst du deine Emotionen und deine Verletzlichkeit wahrscheinlich dort für dich. Somit kannst du oberflächlich im Kontakt mit anderen sein, aber einen wirklichen Einblik in deine Gefühls- und Innenwelt bekommt niemand so richtig. Warum solltest du dich auch dafür öffnen, wenn du es kennst, dass darauf gar nicht oder nicht adäquat früher geantwortet wurde. Deshalb hast du das erstmal für dich behalten.

Wenn deine Eltern z.B. selbst ihre Gefühle nicht zulassen konnten und/oder gelernt haben mit diesen umzugehen, dann kann es gut sein, dass sie auch auf deine Verletzlichkeit und auf deine Gefühle nicht entsprechend reagieren können. Dementsprechend schützt du dich davor, behältst es für dich und kapselst dich vielleicht ab. Wenn du dich da jetzt ganz gut drin wiederfinden kannst, kann noch ein anderes Aspekt hinzukommen und zwar dass du das Gefühl bekommen hast, dass du Beziehung nicht mitgestalten kannst, sondern dass du diesen passiv ausgeliefert bist. Dementsprechend hast du eine passive Rolle in Bezug auf die Beziehungsgestaltung gelernt. Und genau das, kann heute auch noch eine Rolle spielen.  

Damit kommen wir eigentlich auch schon zu folgendem

Was hat das für Auswirkungen auf deine Interaktion heute

Wenn du all das in deiner Kindheit gelernt, erlebt und erfahren hast, dann hat das höchstwahrscheinlich auch noch heute einen Einfluss auf deine jetzigen Interaktion, Beziehungen und Kontakte. Und da bin ich natürlich an einem heiklen Thema, was man nicht falsch verstehen darf. Wir schaue, was sind deine Möglichkeiten, wo sind deine Anteile an dieser Einsamkeit oder an diesem Einsamkeitsgefühl. Wir schauen nicht nach Schuld.

Wir schauen nach Stellschrauben, an denen du auch wirklich die Möglichkeit hast, selber was zu drehen und in das Gefühl zu kommen: “Oh ja ich kann doch etwas verändern, sobald ich ein bisschen aktiv werde.

Also ich kann mir vorstellen, dass du eben jemand bist, der sich auch in jetzigen Beziehung schützt, dich wenig verletzlich zeigst und anderen wenig Einblick in deine Gefühlswelt gibst. Dieses Öffnen und den anderen teilhaben lassen an meiner Gefühlswelt ist eigentlich das, was uns mit anderen auch verbindet. Darüber kommen wir in Kontakt. Über den Austausch. Über das Mitfühlen beim anderen. Das ist das Eigentliche, was dieses Gefühl von Zugehörigkeit und Bindung stärkt.

Wenn du das bisher noch nicht gemacht hast und dich weiter abkapselst, auch wenn wir es aus Schutz machst, dann hat es natürlich trotzdem denselben Effekt. Wenn wir uns komplett abschotten können wir nicht in Kontakt kommen und können auch nicht in dieses Zugehörigkeitsgefühl oder in dieses Gefühl von Vertrautheit kommen. Oder auch Zuwendung bekommen/annehmen. In diese Gefühle können wir so nur schwer kommen, weil wir ja jemand anderen dafür brauchen. Und wenn du die Brücke abreißt oder erst gar nicht aufbaust, dann ist es schwer, sich auszutauschen und in den Kontakt zu kommen.

Und das kann dann eben auch diese Einsamkeitsgefühle hervorrufen oder verstärken, wenn diese Brücke fehlt und uns abgeschottet und uns emotional zurückziehen.

Kleine Anmerkung: Bei manchen Menschen oder in manchen Situationen macht es auch Sinn und ist vielleicht angebracht.

Im Großen und Ganzen brauchen wir eben auch Menschen, zu denen wir uns zugehörig fühlen zu denen wir uns verbunden fühlen. Da müssen wir reintheoretisch ein bisschen was riskieren. Hinter unserer Schutzmauer hervorkriechen und diese Verletzlichkeit auch zulassen und uns in dieser zeigen können. Dafür braucht es Mut. Genau dort liegt die Veränderungskraft. In dem “sich zeigen” und “sich auch verletzlich zeigen”. Und mit diesem Mut fängst du dann auch an, deine Beziehungen aktiv zu gestalten. Ich kann mit meinem Verhalten auch das des anderen beeinflussen. Wenn ich immer so ein bisschen grummelig auf alle reagiere, dann ist es wahrscheinlich gar kein Wunder, dass viele Leute mir auch mit Ablehnung oder mit Distanz begegnen und auf mich so reagieren. 

Auch wenn ich nicht aktiv die Beziehung gestalten und in eine passive Rolle falle, gestalte ich Beziehung. Aber ich kann eben auch aktiv Einfluss nehmen und mich z.b. wenn ich mich einsam fühle, öffnen. Dem anderen Einblick verschaffen. So ist die Wahrscheinlichkeit in einen Verbundenheit, in einen “wirklichen” Kontakt zu kommen und die Einsamkeit zu überwinden, größer.

Eigenen Einblick bekommen um die Einsamkeit zu überwinden

Häufig liegt die Schwierigkeit ja schon einen Schritt davor. Nämlich darin, dass wir selbst manchmal gar keinen richtigen in uns und unsere Gefühlswelt haben. Das heisst manchmal können wir sie gar nicht so gut differenzieren und wahrnehmen. So kann der erste Schritt kann auch sein: Den Fokus auf mich richten. Wie fühle ich mich überhaupt? Was brauche ich eigentlich? Wie geht’s mir?  Wenn ich traurig bin, wie fühlt sich mein Körper dann an? Wie fühle ich mich mit Einsamkeit? Was spielt Scham für eine Rolle. Also beobachtet dich ein bisschen selbst und explorieren deine Gefühle. Also sich da ernst nehmen und zuhören und ja sich selbst zuwenden.

Ein Alleinesein und dort dies zu erforschen, kann helfen. Aber ich denke im Großen und Ganzen wirst du deine Einsamkeit, durch den Kontakt zu anderen, überwinden, . Den Kontakt mit Brücken, bei denen wir uns öffnen und anderen Einblick gewähren und uns mutig in unserer Verletzlichkeit zeigen. Die keine Schwäche ist.

Vielleicht suchst du dich jemanden, von dem du weißt, dass du der-/demjenige/n vertrauen kannst und bei dem du dich wohlfühlst. Und dann fängst du an, dich ein Stück weit zu öffnen und vielleicht auch Schritt für Schritt.

Du musst nicht deine ganze komplette Geschichte mit all deinen Scham besetzten Flecken erzählen. Du kannst auch Schritt für Schritt anfangen und immer mal wieder ehrlich erzählen, wie du dich gerade fühlst? Was der andere oder die Situation in dir auslöst.So kommst du in den Austausch und baust Brücken der Verbindung.

Wir müssen ins Erleben kommen, üben und die Geduld nicht verlieren, weil das dauert halt einfach auch dauern kann, etwas Neues zu lernen und dies dann auch ganz automatisch und natürlich umsetzt.Es braucht einfach Übung. Also da auch nicht zu früh aufgeben und sich denken: “Ja das hat ja eh alles gar keinen Sinn und das klappt alles nicht!” Weiter aktiv gestalten und sich öffnen.

Sobald du das nun anfängst, zu üben, kann es gut sein, dass da sofort eine deine Manageranteile zeigen und alles dafür tun, dich davon abzuhalten. Sie werden sich in deinen Gedanken und deinen Gefühlen zeigen. In Form von entmunternden Gedanken und Angstgefühlen vielleicht. Vielleicht taucht der Schweinehund auf, dein Schamgefühl,.. Also ja höchstwahrscheinlich wird einer oder mehrere von diesen Manageranteilen, die merken,

dass es brenzlig wird und dass es in Richtung Verletzlichkeit geht, sehr schnell auf der Matte stehen. Das heißt, auch einen Umgang mit diesen zu finden. Das würde hier den Rahmen sprengen, deshalb schaue gerne hier weiter.

Zusammenfassung

Im Großen und Ganzen ist es wichtig, dass diese Einsamkeitsgefühle tatsächlich auch auftreten können ganz unabhängig davon ob wir Menschen, auch liebe Menschen um uns herum haben oder nicht.

Hinter deiner Einsamkeit steckt wahrscheinlich ein soziales Bedürfnis.

Dementsprechend brauchst du auch soziale Situationen, in denen du dich um dieses Bedürfnis kümmern kannst.

Du bist gefragt auch in der Beziehungsgestaltung aktiv zu werden und den Mut zu haben, dich in deiner Verletzlichkeit zu zeigen und dieses emotionale Risiko einzugehen.

Damit ergeben sich neue Chancen und auch ganz neue Wege um eine Einsamkeit zu überwinden.

.Wir hoffen, dass wir dir damit etwas helfen konnten und dir ein bisschen Einblick gewähren konnten, was man so machen kann und wie du vielleicht dir selbst auch begegnen kannst und dich verstehen kannst.

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